Lennard Lynch

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Motiv für eine Postkarte Teil II

by lennardlynch

Ich muss zugeben, die Idee von einer eigenen Postkarte hat mich nicht mehr losgelassen. Meine Gedanken kreisten immer wieder um diesen spontanen Einfall eine Postkarte mit Gedicht zu kreieren. Naja und was macht man in solch einem Fall? Wie bekommt man den Kopf wieder frei? Da könnte man jetzt einiges empfehlen, wie zum Beispiel Musik hören, etwas lesen oder Kaffee trinken gehen. Aber der Kaffee erinnerte mich ja doch nur wieder an das Motiv für diese Postkarte.

Was war also meine Variante, um das Thema “Postkarte” abzuhaken? Ich habe mir eine digitale Spiegelreflexkamera von einem Freund geliehen, um ein leckeres Foto von einem Kaffee zu machen und habe das dann an einen anderen Freund geschickt. Dieser andere Freund hat mir dann dabei geholfen die Postkarte zu designen. Was wäre man nur ohne gute Freunde? An dieser Stelle noch mal ein großes Dankeschön an die beiden!

Übrigens, wenn die Postkarte endlich gedruckt wurde und dann immer noch so ansprechend auf mich wirkt, dann würde ich sie euch natürlich auch irgendwie zur Verfügung stellen. Wie genau das dann funktioniert weiß ich noch nicht, aber vielleicht hat ja jemand von euch eine Idee dazu? Was haltet ihr eigentlich von diesem Entwurf?

Zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken!

Im Ungewissen sind wir sicher II

by lennardlynch

Dies ist der zweite Teil von “Im Ungewissen sind wir sicher“. Wer den ersten Teil noch nicht gelesen hat sollte das nachholen, um diesen Artikel nachvollziehen zu können. Viel Spaß beim Lesen!


Sie sehen den Wagen und geraten plötzlich in Hektik. “Sucht im Haus!”, ruft einer der Männer. Ich kann nicht erkennen wer es ist. Dafür ist es einfach zu dunkel. Früher oder später werden sie uns hier entdecken. Das steht fest. “Hast du dein Handy dabei?”, frage ich sie. “Ja, aber aus. Das wolltest du doch”, erwidert sie und kramt bereits in ihrer Jeanstasche. Sie hat recht. Das Handy musste aus bleiben. Sie hätten uns orten können. Aber jetzt wissen sie sowieso wo wir sind. Oder vielleicht doch nicht? “Schalte es an und gib es mir”, fordere ich sie auf. Sie fragt nicht wieso oder ob es nicht gefährlich ist. Ich wundere mich kurz und erkenne dann ihr volles Vertrauen.

Sie gibt mir das Handy. Es vibriert kurz und meldet damit, dass es bereit ist. “Versteck dich dort vorne”, befehle ich ihr und zeige auf eine gigantische Eiche. “Nimm die Schlüssel”, flüstere ich und drücke ihr meinen Schlüsselbund in die Hand, “falls ich es nicht schaffe.” In diesem Moment sprinte ich los und renne in den Wald hinein. Ein kurzer Blick zurück, um sicherzugehen, dass sie mich verstanden hat. Sie schleicht in Richtung des Baumes. Der Blick beruhigt mich etwas, doch meine Lunge fügt mir Schmerzen zu. Ich springe über umgekippte Bäume und hetze durch Dornenbüsche, die ich damals nicht mal mit Vorsicht genossen hätte. Das Adrenalin lässt meinen gesamten Körper pulsieren, aber davon merke ich kaum etwas. Im Kopf zähle ich langsam bis 50 während ich durch den Wald renne. Dann halte ich an, wähle und lege das Handy auf einen Ast.

Ich laufe in einem Bogen zurück und male mir dabei aus wie das Handy eine Verbindung zum nächsten Sendemast aufbaut. Dieses Signal werden sie sofort abfangen. Die Ortung des Handys ist nun kein Problem mehr. Fast wäre ich über einen Baumstumpf gestolpert, weil meine Gedanken in eine andere Richtung gelaufen sind. Ab und zu blicke ich nach links und versuche ihre Taschenlampen zu erkennen. Ich sehe nichts. Obwohl ich weiß, dass ich in einem falschen Winkel zurücklaufe, möchte ich meine Richtung nicht ändern. Die Gefahr wäre zu groß ihnen direkt in die Hände zu laufen. Es wird heller. Bald bin ich wieder an der Autobahn. Ich weiß nicht wie weit entfernt von der Tankstelle und ich weiß auch nicht was mich erwarten wird. Ist sie noch da?

Meine Lunge ist kurz davor zu kündigen, da erreiche ich die Straße. Ein Blick nach links zeigt mir, dass ich lediglich 100 Meter von der Tankstelle entfernt aus dem Wald gekommen bin. Keiner von den Männern ist zu sehen. Ich gehe ein paar Schritte auf die Straße und versuche etwas mehr zu erkennen. Die Tankstelle scheint verlassen zu sein. Nur die beiden Autos sind geblieben. Mein Körper bebt. Mir ist schwindelig, so dass es auf mich wirkt als würden sich die Bäume bewegen. Oder ist dies wirklich der Fall und der Wind lässt die Bäume wanken?

Nein, es muss der Schwindel sein, denn auch das Auto wirkt als würde es sich bewegen. Es scheint mir als komme es auf mich zu. Es fährt langsam und wird immer schneller. Kann das wirklich nur am Schwindel liegen? Nein! Das Auto kommt auf mich zu. Ich erblicke den Fahrer… oder sollte ich lieber sagen: die Fahrerin! Sie fährt den Wagen, macht neben mir eine Vollbremsung und öffnet schwungvoll die Tür. Ich springe in den Wagen und ziehe die Tür zu. Sie fällt fast von alleine ins Schloss, da meine Retterin bereits Vollgas gibt und die Reifen quietschen lässt. Mit einer gespielten Gelassenheit sagt sie: “Jetzt darfst du ein bisschen schlafen und ich fahre.” Dabei zwinkert sie mir zu und ich erkenne mal wieder warum ich diese Frau so liebe.

Grenzen der Liebe

by lennardlynch

„Es tut mir leid, aber“, lässt mich mein Verstand schreiben, um den Stift dann anzuheben ohne den Satz zu beenden. Ich weiß was ich schreiben sollte, doch ich kann es nicht. Vor meinem geistigen Auge sehe ich sie bereits mit einer Träne im rechten Auge – doch so sehr wir uns lieben, so unterschiedlich leben wir auch. Wir glauben und dachten wir könnten uns aufeinander zubewegen ohne uns abzuwenden, aber nun sitzen wir zwischen den Stühlen.

Es heißt doch: „Glaube, Hoffnung und Liebe: Diese drei werden bestehen bleiben. Aber die Größte unter ihnen ist die Liebe.“ Was ist daraus geworden? Sollte die Liebe, wenn sie doch die Größte ist, die Grenzen nicht einfach vernichten? Müsste sie nicht stark genug sein, um die Trennung zu überwinden? Kann die Liebe nicht den ärgsten Feind zum Freunde machen?

Natürlich hat die Liebe einen ruhigen Geist mit dem sie immer hofft und allem standhält, doch dafür muss sie echt sein. Ist sie echt? Schön wenn sie es ist, denn wahre Liebe endet nie. Wird diese Liebe enden oder kann sie tatsächlich den gegebenen Bedingungen standhalten und sich durchsetzen? Wie viel muss sie erleiden bevor aus diesem Samen ein kräftiger Baum wird, der dem Sturm der Feindschaft, dem Regen der Gegner gewachsen ist?

Ich weiß, dass es Geduld braucht und die Liebe auch mal passiv sein muss. Sie muss warten können, denn sie hetzt nicht. Aber ist es vielleicht schon zu spät und wir wollen nicht erkennen, dass es keinen Sinn mehr macht? Haben wir die Zeichen möglicherweise schon übersehen? „ich kann nicht mehr“, so vollende ich den Satz im Brief. „Meine Liebe scheint erschöpft und ich fürchte, dass uns keine gemeinsame Zukunft bevorsteht“ , füge ich noch hinzu.

Die Liebe ist langmütig und sie ist gütig. Es ist unwichtig was geschehen mag, die Liebe lässt sich nicht erbittern. Ihr gelingt es alles zu erdulden. Die Liebe ist das Größte überhaupt! Warum also soll sie nicht diese Lücke zwischen uns schließen wenn sie doch allem standhält? Weshalb sollte es ihr nicht gelingen diese Schlucht mit einer Brücke zu bestücken wenn sie doch immer hoffen wird? Wieso sollten wir nun aufgeben müssen wenn wahre Liebe doch niemals endet?

„Glaube, Hoffnung und Liebe: Diese drei werden bestehen bleiben“, flüstere ich vor mich hin und beginne plötzlich zu schreien: „Aber die Größte unter ihnen ist die Liebe!“ Dabei zerreiße ich den Brief und schmeiße ihn ins Feuer. Es mag geschehen was will, aber die Liebe bleibt bestehen!

Foto © Lennard Lynch

Brenne

by lennardlynch

Heute gibt es mal wieder ein Gedicht. Es ist zwar nicht sonderlich lang, aber dafür auch nicht so einfach zu interpretieren. Wem diese Interpretation aber gelingt, für den wird es sich bestimmt lohnen. Also seid mutig, stolz und unbeirrt und nehmt die Herausforderung an!

Au revoir? IV

by lennardlynch

Auch hier empfehle ich wieder zuerst die vorherigen Teile, auf denen dieser Artikel aufbaut, zu lesen. Hier die direkten Verweise: “Au revoir? I”, “Au revoir? II“ und natürlich „Au revoir? III“.


Es ist Abend geworden und das Hotelzimmer beginnt ihn zu quälen. Sein spärlich gefüllter Koffer empfiehlt ihm ein passendes Hemd, mit dem er sich in die Lobby begibt, um sich nach einer ansprechenden Lokalität zu erkundigen. Die Rezeptionistin wirkt als hätte sie die Dosierung des Koffeins in ihrem Kaffee nicht verkraftet und deutet auf dem zuvor herausgekramten Stadtplan ununterbrochen auf verschiedene Straßen während sie abstruse Namen nennt. Sie beendet ihre Präsentation des Berliner Nachtlebens mit den Worten „ … und wenn Sie dann noch nicht genug haben können Sie dieses Erlebnis im Chili Club zu einem würdigen Abschluss bringen.“ Dabei kichert sie gekünstelt und zwinkert ihm zu. Dies waren auch die einzigen Worte, die er aufmerksam vernahm. Bei ihren vorherigen Aussagen war er von ihrer einzigartigen Stimme abgelenkt, die ihn an den Feueralarm seiner ehemaligen Arbeitsstelle erinnerte. „Aha“, sagt er und blickt mehrmals zwischen Stadtplan und Rezeptionistin hin und her. „Sie können diesen Plan natürlich gerne mitnehmen, damit Sie sich nicht verlaufen“, fügt sie noch hinzu. Er nimmt den Plan, faltet ihn und bedankt sich für die Informationen. Dann dreht er sich um, schreitet auf den Ausgang zu und verschwindet durch die sich öffnende Schiebetür.

Die im Plan eingezeichneten Lokalitäten scheinen hauptsächlich luxuriös zu sein, aber ihm ist mehr nach etwas bodenständigem. Deshalb beschließt er sich einfach von seinem Instinkt leiten zu lassen und eine typische Kneipe mit dem Berliner Otto Normalverbraucher aufzusuchen. Nach kurzer Zeit erreicht er eine vielversprechende Lokalität mit dem Namen „Onkel Willy’s Pub“. Spontan entschlossen öffnet er die Tür und schreitet hinein; hinein in den Nebel der Menschheit. Eine wohltuende Wärme umarmt ihn. Oder sind es doch nur die schwitzenden Otto Normalverbraucher, die am Tisch direkt neben dem Eingang eine Pokerrunde veranstalten? „Keine Voreingenommenheit“, denkt er sich und setzt sich an die Bar. Zu seiner Rechten: ein Mann Mitte 40 mit zerzausten Haaren und einem Rollkragenpullover. Zu seiner Linken: zwei junge Damen, die sich angeregt über den muskulösen Billardspieler auf der anderen Seite der Bar unterhalten.

Es dauert etwas, aber dann hat der Barkeeper ihn endlich wahrgenommen und fragt: „Wat darf’s sein?“ „Haben Sie einen halbtrockenen Riesling?“, fragt er über die stinkende Theke hinweg. „En wat? Ne, ham wa nüscht“, erwidert der Mann hinter der Bar kopfschüttelnd. „Dann vielleicht einen trockenen Chardonnay?“, versucht er es erneut. Die einzige Antwort, die er erhält, ist ein weiteres Kopfschütteln. „Was können Sie mir denn empfehlen?“, fragt er und hofft so auf mehr Erfolg. „Bier?“, lautet die Antwort als sei dies schon die ganze Zeit klar gewesen. „Gut, dann nehme ich so ein Bier.“ sagt er und betont dabei das Wort „Bier“ als hätte er es gerade zum ersten Mal gehört. Da dreht sich sein Sitznachbar zu ihm um: „Eine g… g… gute Wahl“, begrüßt er ihn mit wehender Fahne. „Danke“, versucht er freundlich darauf zu antworten, was jedoch eher skeptisch klingt. „Ich bin übrigens E… E… ich bin E…“, stottert er und unternimmt scheiternd den Versuch sich vorzustellen, wird allerdings schon unterbrochen: „Ah ja, ich werde Sie einfach Asti nennen wenn es recht ist?“, schlägt er seinem Nachbarn vor, der einfach nur nickt.

In diesem Moment taucht das bestellte Bier vor ihm auf. „Ein gelbstichiges pastellorange und dazu eine hervorragend luftige Krone“, macht er sich das Bier selbst schmackhaft und scheitert dennoch dabei. „Berlin, du bist so wunderbar“, denkt er sich und ordert zur Sicherheit noch einen Cognac, den es in dieser Bar tatsächlich zu geben scheint, denn der Barkeeper nickt und nimmt die Bestellung auf. Wieder dreht sich sein Sitznachbar zu ihm und sagt: „Eine g… g… g…“ „Ich verstehe schon“, antwortet er und lässt seinen Kopf auf die Theke sinken. Wer weiß was dieser Abend noch zu bieten hat?

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